Kalarippayat, Kampfsport und Selbstverteidigung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Kalarippayat bedeutet wörtlich übersetzt Kampfplatzübung. Ursprünglich bezeichnet Kalarippayat nicht eine Sportart sondern das Training der Krieger an der Malabarküste in Kerala, Südindien.

Typisch für heutiges Kalarippayattraining ist, dass Anfänger und Fortgeschrittene zusammen trainieren. Mit gemeinsamen Aufwärm-, Kraft- und Flexibilitätsübungen beginnt jedes Training, gefolgt von Grundübungen wie den verschiedenen Beinübungen, Tritten, Schlägen oder Körperpositionen.

Meyapayattu sind Körperformen, die schon im Anfangsstadium des kalarippayat Trainings praktiziert werden. Sie sind vergleichbar mit den katas im Karate. Neben Beinübungen enthalten diese Formen Tritte, Sprünge, Drehungen und viele verschiedene tiefe Positionen. Schon die ersten Meyapayattus enthalten die wichtigsten Elemente des kalari Trainings und schulen den Körper und Geist ganzheitlich. Mit zunehmendem Fortschritt werden diese Meyapayattus schwieriger und komplexer.

Sind die ersten beiden Körperformen gemeistert, kann zum Waffentraining übergegangen werden. Das Waffentraining wird zu zweit ausgeführt. Es besteht aus einer Kombination von Angriffs- und Verteidigungstechniken.

Die zweite Stufe des Kalarippayat bildet das koltharippayattu oder Holzwaffen -Training. Koltharippayattu besteht aus einer Serie von Übungen mit Holzwaffen von unterschiedlicher Form und Länge. Es gibt folgende Holzwaffen: Pandirujan, Kettukari, Muchan, Otta, Marmakol and Gada.

Die dritte Stufe des Trainings bildet das angathari oder Training mit Metallwaffen. Dies sind vor allem: katara (Dolch), urumi (flexibles Schwert), val-vali (curika - paricca) (Schwert und Schild) und vettukathi (Machete). Jedes Waffentraining, insbesondere das mit Metallwaffen, hilft auch dabei, Ängste zu überwinden und sich mit klarem Fokus auszurichten.

Verumkai oder Freihandtechniken sind die vierte und fortgeschrittenste Stufe des kalarippayat Trainings. Der Name verumkai bedeutet, jemand ohne Waffen steht einer bewaffneten oder unbewaffneten Person gegenüber. Jeder Körperteil des kalari Praktizierenden wird hier als Waffe betrachtet: die Faust, das Knie, der Ellbogen u.s.w. In dieser Technik werden verschiedenste Schläge, Tritte, Griffe sowie Festhalte- und Blockierungstechniken als Angriffs- und Verteidigungstechniken miteinander kombiniert. Schläge und Tritte werden gegen marmas (Vitalpunkte) auf dem gegnerischen Körper gerichtet.